Nachruf Otto Bez

Otto Betz

Lieber Otto,

Deine Schiedsrichterkameraden und Wasserballfreunde denken gerne an die gemeinsame Zeit mit Dir zurück. Als eine der Dienstältesten aus dem Kreis der Schiedsrichterkolleginnen und -kollegen hatte ich das Glück, Dich am Beckenrand sowohl als Trainer, als Wasserballwart und auch als Schiedsrichter erleben zu dürfen. Wer Dich am Beckenrand als Schiedsrichter in Aktion erlebt hat, der weiß, dass Du manchmal Deinen ganz eigenen Stil hattest, aber dem warst Du treu! Deine Kollegen auf der anderen Seite des Beckens hast Du manchmal zum Grübeln gebracht, aber Deine Spiele hattest Du im Griff. Von Deinen Kollegen, mit denen Du in der Bundesliga viel unterwegs warst, habe ich gehört, dass Du auf dem Heimweg die linke Spur der Autobahn oft von Köln bis Zuffenhausen nicht verlassen hast.
Du hast Wasserball in Zuffenhausen zu dem gemacht, was es heute noch ist. In den Achtzigern hast Du als Trainer mit Deinen Jugendmannschaften regelmäßig an den Vorrunden zur Deutschen Meisterschaft teilgenommen und warst mit der A-Jugend 1986 Baden-Württembergischer Meister. Deshalb hast Du auch drei Mal den Anerkennungspreis für die beste Jugendarbeit und schließlich die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg erhalten. 1985 gelang Dir mit Deinem TSV Zuffenhausen der Aufstieg in die Verbandsliga Württemberg und 1990 weiter in die Oberliga Baden-Württemberg, wo dein Verein auch heute noch spielt. Nicht umsonst hast Du bei Deinen Spielern den Namen Mr. Wasserball getragen.
Für den Schwimmverband Württemberg warst Du bis 1988 als Jugendfachwart tätig und hast hier in der württembergischen Auswahl auch eigene Schützlinge betreut. Einige Spieler, die bei Dir mit Wasserball begonnen haben, haben nicht nur den Sprung in die Jugendauswahl des SVW, sondern auch in die des DSV, in die Bundesligamannschaften nach Cannstatt und Esslingen, sowie in die Nationalmannschaft geschafft. In Berlin bei der Junioreneuropameisterschaft warst Du als Kampfrichter dabei, als Deutschland mit Beteiligung aus Zuffenhausen Europameister wurde.
Dein Weg als Schiedsrichter hat im Jahr 1961 begonnen. Angefangen hast Du im damaligen Bezirk I und bist den Weg klassisch über die Bezirksliga, Verbandsliga und Oberliga innerhalb von nur 8 Jahren in die Regionalliga Süd gegangen. 1971 hast Du erstmals auf Bundesebene für den Deutschen Schwimmverband Bundesligaspiele geleitet. Auch international warst Du für die LEN tätig, allerdings erschwerten Dir Deine Englischkenntnisse die Einsätze. Nach 31 Jahren aktiver Zeit als Wasserballschiedsrichter hast Du Dich von uns Schiedsrichtern verabschiedet.
Der Schwimmverband Württemberg würdigte Deine besonderen Verdienste um den Wasserballsport mit den Ehrungen in Silber 1973 und der Ehrennadel in Gold 1985.
Wir Schiedsrichter- und Wasserballkameraden werden Dich in guter Erinnerung behalten und verabschieden uns mit einem dreifachen „Patsch nass“.

Stellvertretend für alle Deine Schiedsrichterkameraden

Andrea Ettengruber